Das keltische Sonnentor


Meta

Roman
Umfang: 230 Seiten
Format: 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8334-7582-5
Preis: EUR 15,80

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Inhalt

das_keltische_sonnentor_ppPeter Piribauer, Lehrer an einer Dorfschule im niederösterreichischen Weinviertel, gelingt es immer weniger, den tristen Alltag zu bewältigen. Seine Schüler zeigen keinen Respekt, die Dorfgemeinschaft schließt ihn aus. Der Pfarrer der Marktgemeinde ist sein einziger Freund und Gesprächspartner. Die beiden verbindet eine ähnliche Problematik. Egal was der Pfarrer predigt, keiner hört wirklich zu. Dem Lehrer ergeht es in der Schule nicht anders. Als Magister Piribauer erkennt, dass er auch noch die Liebe seiner Ehefrau entbehren muss, verschlägt ihn das Schicksal in eine andere Welt …

Leseprobe

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Unglücklich ließ ich mich auf den Sessel des gemeinschaftlich genutzten Schreibtisches fallen. Auf diesem Schreibtisch stand auch unser Computer. Der war wiederum weniger gemeinschaftlich genutzt. Ich durfte ihn kaufen und auch seine Reparaturen bezahlen. Nutzen aus dem teuren Spielzeug zog ich bestenfalls zu solch unchristlichen Zeiten. Ich vergrub mein Gesicht in den Händen. Ich schalt in Gedanken meine Töchter, weil sie sturzbetrunken nach Hause kamen und war selbst fett wie eine Haubitze. Nur war ich mehr als zwanzig Jahre älter als sie! In Wahrheit machte das aber keinen Unterschied. Ich hatte mit zwanzig auch so meine Eskapaden. Den damaligen Möglichkeiten entsprechend, die freilich geringer gewesen waren. Das System selbst allerdings, blieb das gleiche. Was können Väter ihren Töchtern schon ernsthaft vor- werfen? Worin können sie ihnen wirklich böse sein?
Es gibt nichts. Sie sehen einen morgens mit Unschuldsmine an, und jeder Zorn ist auf der Stelle verraucht. Das Blöde daran ist, die Kanaillen wissen das und nutzen es gezielt zu ihrem Vorteil.

Meine Frau Doris hatte eine Phase in ihrem Leben, da fürchtete sie sich vor Einbrechern. Die Straße, in der unser Haus stand, war nächtens nur bis etwa Mitternacht beleuchtet. Danach wurden die Straßenlaternen aus Sparsamkeit abgeschaltet. Das ängstigte Doris und nach etlichen Einbrüchen in der Nachbarschaft, verübt durch die sogenannten Ostbanden, nötigte sie mich, eine Alarmanlage anzuscha en.
Natürlich entsprach ich dem Sicherheitsbedürfnis meiner Frau. Martin Schiefer, ein weiterer meiner wenigen Freunde, Elektrikermeister, installierte auf meinen Auftrag hin ein Überwachungssystem. Es konnte stillen Alarm auslösen und zeichnete via Kameras die Straße vor dem Haus, die Hauseinfahrt, den Zugang, den Eingang und das Vorzimmer auf. Abgespeichert wurden die aufgenommenen Bilder auf der Festplatte unseres PCs. Das System zeichnete natürlich immer nur dann auf, wenn Bewegung stattfand. Vierundzwanzig Stunden lang, dann begann der Computer das entsprechende Laufwerk zu löschen, indem er von Neuem stattgefundene Bewegungen aufzeichnete. Auf diese Weise war es möglich, bis zu drei Wochen zurück jede Bewegung zu verfolgen.

Als ich so vor dem Gerät saß, kam mir der Gedanke, mir anzusehen, was in den letzten Stunden in meinem Haus so vor sich gegangen war. Am Anfang, als die Kameras montiert worden waren, fühlte man sich ununterbrochen von diesen elektronischen Augen beobachtet und verfolgt. Irgendwann aber, der Zeitpunkt erfolgte unbewusst, beachtete man die Kameras nicht mehr, blendete sie aus dem Gehirn aus, als wären sie gar nicht vorhanden. Niemand mehr beachtete das System und häu g war die Alarmanlage, sie funktionierte unabhängig von den Kameras, gar nicht aktiviert, weil darauf vergessen worden war.
Hauptsache, ich hatte sie anschaffen müssen.

Heute hätte ich in meinem Rausch ohnedies vergessen, sie zu deaktivieren. Blinder Alarm, vom beso enen Hauseigentümer selbst ausgelöst, um fünf Uhr morgens. Da wäre ich auf der schwarzen Liste der Burschen gelandet. Nicht gut – Glück gehabt!